Constanze Knaack-Schweigstill HWK Trier

ÖKO-Messe 2026Handwerk zeigt Stärke – Orientierung in bewegten Zeiten

Die ÖKO 2026 hat einmal mehr bewiesen, warum sie die größte Leistungsschau des regionalen Handwerks ist: Mehr als 100 Aussteller auf 7.000 Quadratmetern, 6.000 Besucher, zufriedene Betriebe. In Zeiten drastisch gestiegener Energiepreise, verunsichernder Debatten über Heizungsgesetze und dem Wunsch, weniger abhängig von Gas und Öl zu sein, ist der Informationsbedarf enorm. Die ÖKO bot genau das, was viele suchen: Durchblick, Orientierung und konkrete Lösungen. Oder, wie es der Kammerpräsident Bernd Elsen formulierte: „Auf der ÖKO erhalten die Verbraucher genau die Unterstützung, die sie jetzt brauchen: kompetente Beratung, klare Einordnung, konkrete Lösungen.“ Und davon gab es reichlich – vom Installateur bis zum Energieberater, vom Schornsteinfeger bis zum PV‑Spezialisten.

Bei der Eröffnung erinnerte der Trierer Kulturdezernent Markus Nöhl an die römischen Baumeister in der Region, die durch kluge Innovationen Maßstäbe setzten: „Handwerk ist Innovationsmotor, Anker und Stabilitätsfaktor – damals wie heute.“ Damit schlug er den Bogen zum Kernthema der Messe: dem Zusammenspiel von Tradition und zukunftsweisender Technik. Schirmherr Stefan Metzdorf, Landrat des Kreises Trier-Saarburg, betonte, dass Energieeffizienz kein Nischenthema mehr sei, jedoch der Fachkräftemangel eine Herausforderung. In diesem Zusammenhang lobte er die Ansätze der ÖKO, junge Menschen durch Mitmachangebote für das Handwerk zu begeistern. 

Was die Menschen derzeit umtreibt wie kaum ein anderes Thema, ist die energetische Zukunft ihrer eigenen vier Wände. „Die Besucher kamen mit vielen Fragen zum Energiesparen, zu Fördermitteln und zu ihrem eigenen Bauvorhaben“, sagte Obermeister Klaus Kwiatkowski von der Schornsteinfegerinnung Trier-Saarburg. „Die Verunsicherung ist groß.“ Seine Feststellung unterstrich ein weiterer Trend, den viele Aussteller beobachteten: Der Wunsch nach energetischen Alternativen. Florian Ehlen von Ehlen & Söhne in Wiesbaum, seit rund 20 Jahren ÖKO-Aussteller, hatte dazu viele konkrete Anfragen: „Die Verbraucher suchen verstärkt nach Lösungen, um weniger abhängig von Gas und Öl zu werden.“ An seinem Stand konnten Interessierte sich konkret darüber informieren, ob eine Wärmepumpe für ihr Zuhause infrage kommt und mit welchen Kosten sie rechnen müssen. 

Auch Benjamin Düx von mh Bautenschutz GmbH aus Daun-Nerdlen erlebte einen Ansturm: „Ich habe rund 100 intensive Gespräche geführt und einige Termine direkt auf der Messe vereinbart.“ Er betonte zudem, wie sehr Schimmelprobleme zunehmen, weil moderne Gebäude dichter sind – ein Thema, das viele Besucher beschäftigte. Ob PV‑Umstellung nach Ablauf alter Einspeiseverträge, Fußbodenheizung im Bestand, Kernsanierung geerbter Häuser oder Barrierefreiheit: Die Bandbreite an Themen war groß, die Nachfrage ebenso. Auch Thomas Csonka von Csonka Therm in Trier, der sich aufs Nachrüsten von Fußbodenheizung im Bestand spezialisiert hat, zeigte sich mit dem Messeverlauf zufrieden: „Viele kennen unsere Technik noch gar nicht. Die ÖKO ist ideal, um das System bekannter zu machen.“ Selbst langjährige Aussteller wie Elektro Goebel aus Trierweiler zeigten sich von der Resonanz beeindruckt, trotz parallel laufender Veranstaltungen in der Stadt: „Wir hatten viele sehr gute Gespräche, sowohl mit neuen Kunden, die konkrete Projekte starten wollen, als auch mit Stammkunden“, sagte Elektromeisterin Annika Goebel. Sanieren oder Renovieren stehen hoch im Kurs: „Um Neubau ging es nur in etwa jedem zehnten Gespräch.“    

Dank der 22 kostenfreien Vorträge konnten die Besucher ihren Wissensstand innerhalb eines Tages so gründlich auffrischen wie in einem ganzen Beratungsmonat. Den größten Zulauf gab es bei den Themen Photovoltaik, Wärmepumpe sowie Fördermittel. Viele nutzten die Gelegenheit, um direkt vor Ort Termine zu vereinbaren oder konkrete Projekte anzustoßen. Zu den Publikumsmagneten zählte auch die Brotprüfung der Bäcker-Innungen Trier-Saarburg und Mosel‑Eifel‑Hunsrück. Experten testeten live, was ein gutes Brot ausmacht, und boten Verkostungen an. Dementsprechend groß war der Andrang auch hier. Von Smart Home bis Schornstein, von Nachwuchsaktionen bis PV‑Monitoring, von Schimmelentfernung bis Barrierefreiheit – die Messe zeigte eindrucksvoll, was das Handwerk kann, was es leistet und welche Antworten es auf die großen Fragen unserer Zeit bereithält.

Hauptgeschäftsführer Axel Bettendorf zog eine positive Bilanz: „Ob Energiesparen, Modernisieren, Sanieren, Barrierefreiheit, Nachwuchsgewinnung oder Klimaschutz im ganz praktischen Sinne: Die ÖKO 2026 zeigte, wie vielfältig, kompetent und verlässlich das regionale Handwerk ist. Und wie wichtig eine Messe ist, die Orientierung gibt, Vertrauen schafft und Menschen zusammenbringt. Eine Messe, bei der das Handwerk zeigen kann, was wirklich in ihm steckt und die Besucher mit prall gefülltem Informationsrucksack nach Hause gehen.“

Denn ÖKO bot genau das, was man heute braucht: eine komprimierte, verständliche und vertrauenswürdige Orientierung zu Themen, bei denen die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen derzeit häufig wechseln. Präsident Elsen fasste es so zusammen: „Viele Besucher gehen mit dem Gefühl nach Hause, künftig zuverlässig und zu tragbaren Preisen heizen zu können. Und zu wissen, welche Technik zu ihnen passt und wer ihnen hilft.“ Die ÖKO 2026 hat damit wieder einmal gezeigt: Hier wird Zukunft nicht nur diskutiert, sondern gemacht. Handwerk eben.

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www.oeko-trier.de